Die Unterschiede zwischen British English und American English

Die Unterschiede zwischen British English und American English


Englisch ist eine Sprache, die auf den ersten Blick kinderleicht zu sein scheint. Dabei gibt es eine ganze Reihe an Feinheiten, auf die wissbegierige Schüler erst mit der Zeit und mit wachsenden Sprachkenntnissen aufmerksam werden. Hier handelt es sich nicht nur um literarische Ausdrucksweisen und das enorme Vokabular, das im Englischen größer ist als in allen anderen Sprachen der Welt.

Englisch wird in mehreren Ländern der Welt als Muttersprache gesprochen. In Australien wird das Englisch eines Inders, der sein vermeintliches British English mit starken Einflüssen der indischen Sprache versetzt, als zweite Muttersprache spricht, kaum großes Verständnis finden. Was wiederum in Down Under Umgangssprache ist, würde in den Vereinigten Staaten nur ein verständnisloses Hochziehen der Augenbrauen auslösen.

An Englishman in New York

Nicht nur, wer Englisch als Fremdsprache lernt, sieht sich mit diesem Problem konfrontiert. Auch
Muttersprachler, wie ich es einer bin, sind hier schon ins eine oder andere Fettnäpfchen getreten.

Ich bin in Deutschland geboren, mein Vater ist Amerikaner und meine Mutter Deutsche. Von meinem sechsten bis zu meinem zwölften Lebensjahr habe ich mit meiner Familie in England gelebt. So habe ich mich daran gewöhnt, im Alltag British English zu sprechen. Als ich mit 18 dann ein Jahr in den USA, in Pennsylvania, dem Heimartort meines Vaters verbrachte, war mein Englisch auch in der amerikanischen High School stets British.

Eines Tages fragte ich eine Mitschülerin nach einem "Rubber". Ich erntete einen entsetzten Blick, ein verlegenes Lachen und das Mädchen lief einfach weg. Als ich am Abend die Geschichte meiner tief religiösen Gastfamilie erzählte, wurde ich im wahrste Sinne des Wortes aufgeklärt. Ich hatte meine Mitschülerin nach einem „Rubber“ gefragt, was in amerikanischem Englisch „Kondom“ bedeutet. In Pennsylvania hätte ich nach einem „Eraser“ fragen müssen, wenn ich einen Radiergummi haben wollte.

Mittlerweile kann ich von mir behaupten, eigentlich nicht zwei-, sondern dreisprachig aufgewachsen zu sein. Zu meinen Deutsch- und UK Englischkenntnissen hat sich auch American English gesellt. Dabei gibt es eine lange Liste von Vokabeln und Redewendungen, die in London ganz anders sind als in New York. Immer den Überblick zu behalten und sich den lokalen Gepflogenheiten anzupassen, ist eine Herausforderung.

Unterschiede: britisches und amerikanisches Englisch

Zur Hilfestellung habe ich eine kurze Liste von Wörtern und Redewendungen gesammelt, die sich im britisch Englisch und amerikanisch Englisch unterscheiden.

Take VS have Während man im Amerikanischen die Wendung „take a bath“ „take a break“ oder „take a vacation“ benutzt, sagt man in England „have a bath“ „have a break“ und „have a holiday”. Bei letzterem Beispiel kann man auch sehen, dass sich das Wort für Urlaub, je nach dem Kontinent, auf dem man sich befindet, ändert.

Auch das Wochenende ist anders: In Amerika wird die Wendung „on the weekend“ genutzt, während in England „at the weekend“ gebräuchlich ist.

Vor dem Essen machen die Unterschiede ebenfalls nicht halt. Engländer essen chips, crisps, biscuits und sweets während Amerikaner fries, chips, cookies und candy lieber mögen. Besonders tückisch sind hier die chips: In England bekommt man Pommes frites, wenn man sie bestellt, in Amerika hingegen Kartoffelchips. Doppelte oder dreifache mögliche Bedeutungen sind eine zusätzliche Stolperfalle zu den schon gegebenen Unterschieden zwischen British English und American English.

Bei der Kleidung ist es einfacher, nicht über doppelte Bedeutungen zu stoßen. Wer jedoch das richtige Wort nicht kennt, kann nur raten, um was es sich handelt. Ein amerikanischer sweater ist ein englischer jumper und amerikanische pants sind englische trousers.

Viele alltägliche Wörter sind im britisch Englisch und amerikanisch Englisch komplett anders, was dazu führen kann, dass sonst einfache Sätze unverständlich werden.

Der Engländer fährt mit der underground nach Hause in seine flat, wo er mit dem lift in den 3. floor fährt. Dann benutzt er die toilet und ruft jemanden mit seinem mobile phone (kurz: mobile) an.

Der Tagesablauf des Amerikaners ist der gleiche, hört sich aber ganz anders an: Der New Yorker nimmt die subway und fährt in sein apartment, in den 3. story gelangt er mit dem elevator. Nachdem er den bathroom genutzt hat, macht er einige Telefonate mit seinem cellphone.

Engländer warten in der queue und werfen ihren rubish nicht auf den Boden, Amerikaner stellen sich in der line an und nennen ihren Müll trash.

Die großen Unterschiede in einer Sprache, die theoretisch die gleiche ist, hängen auch mit den kulturellen Differenzen zusammen.

Andere Länder, andere Sitten. Sprache entwickelt sich ständig weiter und lebt ihre eigene Logik. Vor allem, wenn viele Menschen, die kulturell und geografisch weit voneinander entfernt sind, die gleiche Muttersprache sprechen, ist es unumgänglich, dass diese sich je nach Kontext unabhängig weiterentwickelt.

Aussprache: Unterschied zwischen British English und American English

Nicht nur sind viele Wörter anders, wenn man den Kontinent wechselt, sondern auch die Aussprache ändert sich zwischen American und British English.

Besonders markant ist der Unterschied in der Aussprache, wenn der Buchstabe „r“ am Ende des Wortes steht. In Wörtern wie water, broker, market oder chapter sprechen Engländer das „r“ nur sehr weich aus oder verschlucken es ganz. Im Amerikanischen ist das „r“ deutlich hörbar.

Schreibweise: britisch Englisch amerikanisch Englisch

Die Liste der Wörter, die in American English anders geschrieben werden als in British English, ist überraschend lang. Generell gibt es einige Regeln, die hier das Leben vereinfachen können.

  • Amerikaner und Engländer verwirren die Welt mit verschiedenen Endungen: Was im britischen Englisch mit „-ise“ endet, wird im amerikanischen Englisch durch „-ize“ ersetzt (Beispiele: recognize/recognise; realize/realise )
  • Ein weiteres Beispiel betrifft Wörter, die im britischen Englisch mit -re enden und im
    amerikanischen Englisch durch -er ersetzt werden (Beispiele: centre / center; litre / liter).
  • Ein letzter Unterschied besteht in den Wörtern, die im britischen Englisch mit -our enden und im amerikanischen Englisch mit -or enden (colour/ color; humour/humor).

Welches English ist das richtige Englisch?

Die Frage ist nicht klar zu beantworten. Hier ist viel vom Kontext abhängig und davon, mit welcher Version der englischen Sprache man besser vertraut ist.

Generell gilt, dass man sich, zumindest was einen konkreten Text betrifft, für eine Version der englischen Sprache entscheiden sollte und die Regeln was Vokabular, Grammatik und Schreibweisen angeht, für die jeweilige Version konsequent anwenden sollte.

Schreiben Sie einen Kommentar